Bei der Weiterbildung bleiben sie Außen vor!

von Andreas Hænk

 

Eine hohe Identifikation und Zufriedenheit mit der Arbeitgeber*in Universität ist uns sehr wichtig“, so heißt es im Grußwort des Kanzlers Matthias Schenek für das interne Weiterbildungsprogramm 2014 der Universität (http://www.weiterbildung. uni-freiburg.de/inhalt/pdf/iwb_interakt_ pdf_2014).

Für studentische Beschäftigte, egal ob in Forschung und Lehre („wissenschaftliche Hilfskräfte“) oder in der Verwaltung der Universität („studentische Aushilfen“) tätig, scheint das nicht zu gelten. Sie sind nämlich seit Anfang des Jahres vom internen Weiterbildungsprogramm der Universität ausgeschlossen, auch ggf. vorhandene Restplätze werden nicht an studentische Interessent*innen vergeben. Nur wenn der oder die Vorgesetzte nachweist, dass das betriebliche Bedürfnis dies erfordert, ist eine Teilnahme noch möglich (schließlich sind es meist Hiwis, die die Pflege der Homepages übernehmen und das irgendwo beigebracht bekommen müssen).

Eine Begründung für die plötzliche Einführung dieser Regelung wird nicht gegeben. Eine statistische Grundlage kann es jedenfalls nicht sein, denn die Teilnehmer*innen werden erst seit Anfang 2014 nach den Funktionen „Führungskraft“, „Nicht-Führungskraft“ und „Hilfskraft“ erfasst. Und es ist auch nicht bekannt, dass studentische Beschäftigte die Kurse überrannt hätten. Und selbst wenn – sind sie denn für die Universität nur Beschäftigte zweiter Klasse?

Auch nachdem der Personalrat zuletzt protestierte, ließ sich die für die Weiterbildung zuständige Abteilung (noch) nicht von diesem Weg abbringen, schließlich können „Studierende bitte die vielfältigen Möglichkeiten [nutzen], die durch die BOKKurse des ZfS, das Studium generale, den Hochschulsport u.a. geboten werden.“ Nicht dazugesagt wird, dass diese Angebote alles andere als deckungsgleich mit denen der Weiterbildung sind und nicht alle Studierenden wirklich Zugang zu den angesprochenen Angeboten haben. So können z.B. Nicht-Bachelor-Studierende im BOK-Bereich nur auf Restplätze und nur in wenigen Ausnahmen auf Fremdsprachen- Veranstaltungen zugreifen. Außerdem sind die vom Sprachlehrinstitut (SLI), dem Studium generale oder dem Hochschulsport angebotenen Kurse mit Gebühren belegt, anders als die gebührenfreien Kurse der internen Weiterbildung; und die zuletzt genannten Angebote stehen grundsätzlich auch den Beschäftigten offen, wenn auch zu etwas höheren Gebührensätzen.

Doch auch darüber hinaus zeigt die Universität als Arbeitgeberin bisher nicht, dass ihr die Verbesserung der Beschäftigungssituation der wissenschaftlichen Hilfskräfte, egal ob geprüft oder ungeprüft, ein besonderes Anliegen ist. Dass ein Tarifvertrag für diese Zielgruppe möglich ist, zeigt das Bundesland Berlin. Jedoch weder von der Landesrektorenkonferenz, zu deren Vorsitzendem Herr Schiewer vor kurzem gewählt worden ist, noch vom Kanzler-Arbeitskreis der baden-württembergischen Universitäten, deren Sprecher Herr Schenek ist, sind Forderungen nach entsprechenden Verbesserungen gegenüber der Politik eingefordert worden, zumindest ist davon nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Im Rahmen der derzeit laufenden Verhandlungen zum Solidarpakt, der die Finanzierung der Hochschulen für die nächsten Jahre bestimmen wird, stehen sicherlich andere Themen auf der Agenda.

Am Ende singen dann alle wieder gemeinsam das hohe Lied von der schlechten Haushaltslage und der schlechten Finanzierung der Hochschulen, wo an allen Ecken und Enden gespart werden muss. Auf wessen Rücken solches Sparen im Allgemeinen stattfindet, hat die Vergangenheit ja bereits des Öfteren gezeigt.

Personalratswahlen am 01.07.2014

Am Dienstag, den 01.07. sind alle Beschäftigten der Universität wieder aufgerufen, ihren Personalrat zu wählen – auch alle studentischen Beschäftigten! Dabei können sie auch selbst kandidieren und sich für die Belange der Beschäftigten an der Universität einsetzen. Schon mehrfach wurden studentische Beschäftigte gewählt, auch die Amtszeit von vier Jahren sollte hier nicht abschrecken. Schließlich rücken nach dem Ausscheiden andere Gewählte nach. Ein Personalrat, der sich auf eine möglichst hohe Wahlbeteiligung stützen kann, kann dies im politischen Prozess gut nutzen; und ein Personalrat, in dem die Interessen der studentischen Beschäftigten vertreten sind, setzt den Fokus seiner Arbeit verstärkt auch auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe! Wer also gerne mehr Informationen möchte oder vielleicht sogar Interesse an einer Kandidatur hat, wendet sich einfach an den Personalrat.