von Rosa Padua

mit Lotta vom Bündnis 8. März Freiburg

Ihr ruft mit einem breiten Bündnis am 8. März zur Demo auf. Seit wann gibt es das Frauenkampftag-Bündnis in Freiburg in der Form und wie hat sich Eure Arbeit seitdem entwickelt? Gab es mehr Zuspruch mit den Jahren?

In der Form gibt es das Bündnis seit etwa vier Jahren, als auch die erste Bündnis-Demo 2015 startete. Die diesjährige Demo ist die 4. Bündnis-Demo. Die Idee war von Anfang an, das Bündnis sehr breit aufzustellen, daher werden auch jedes Jahr verschiedene Initiativen, von Partei bis linke Gruppen, eingeladen. Allerdings ist uns dabei sehr wichtig, einen klaren linken Schwerpunkt zu setzen und einen antikapitalistischen, antirassistischen Frauen*kampftag zu organisieren, stets mit Blick auf internationale Bewegungen. Das Bündnis hatte von Anfang an viel Zuspruch und besteht aus einer Mischung aus Gruppen und Einzelpersonen, die kontunierlich darin arbeiten. Auch wenn die Besetzung sich Jahr für Jahr etwas ändert, ist die Zahl der Menschen, die mitmachen, ungefähr immer gleich. Der Zuspruch am Bündnis ist also kontuierlich, es wurde sehr gut angenommen und hat sich etabliert.

Die Arbeit erreicht Jahr für Jahr mehr Leute, die Frauen*kampftag-Demo ist ganz schön gewachsen! (von ~250 Teilnehmer*innen 2015 bis zu ~800 Demonstrant*innen im letzten Jahr)

Warum ist der Frauenkampftag heute noch aktuell? Glaubt ihr, es gibt ein Bewusstsein für geschlechterspezifische Themen heute?

Der Frauen*kampftag ist aktueller denn je! Noch immer können Frauen*, Lesben, Trans- und Interpersonen nicht selbstbestimmt leben. Es wurde bereits viel erreicht, das ist auch wichtig wahrzunehmen. Aber es braucht noch viel mehr! Kurz gesagt: Solange es das Patriarchat noch gibt, solange brauchen wir den Frauen*kampftag.

Was das Bewusstsein für geschlechterspezifische Themen angeht, ist die Situation nicht eindeutig: In einigen gesellschaftlichen Bereichen, wie vor allem an der Uni oder teilweise im beruflichen Kontext, ist dieses Bewusstsein vorhanden und teilweise institutionalisiert, zum Beispiel geschlechtsneutrale Sprache, was total wichtig ist! Doch leider sehen wir natürlich auch den Roll-Back durch zum Beispiel AfD oder die Identitäre Bewegung etc, die Entwicklungen und Fortschritte wieder umkehren wollen. Es bleibt viel zu tun…

Neulich hat die Grünen Politikerin Mareike Engels vorgeschlagen, der 8. März solle ein anerkannter Feiertag in Hamburg werden – als bundesweites Vorbild. Schließt ihr euch diesem Vorschlag an, den Tag zum Feiertag zu machen?

Da kann ich nur ich persönlich antworten – warum nicht? Der Tag würde etwas populärer werden. Aber wir brauchen keinen Feiertag, um den Frauen*kampftag zu begehen.

Wie haben die Debatten um die sexualisierten Übergriffe hier in der Region eure Arbeit beeinflusst?

Die Arbeit im Bündnis wurde dadurch nicht beeinflusst.

Die einzelnen Gruppe arbeiten natürlich das ganze Jahr zu gesellschaftlichen und geschlechtsspezifischen Themen, die haben die Stimmung klar mitbekommen. Aber dazu kann ich jetzt stellvertretend nichts sagen, weil wie gesagt – das Bündnis 8. März setzt sich grundsätzlich klar gegen jede sexualisierter Gewalt ein, Jahr für Jahr, da hatte die Arbeit nichts mit den Debatten in der Region zu tun.

Danke!